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Der Strandfischer : nach einer wahren Begebenheit seinen jungen Freunden erzählt / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Baron in ein anderes Fahrzeug geworfen, um die Flüchtlinge in ihren Schlupfwinkel zu verfolgen, wo er ſie verborgen glaubte. Die Verwirrung auf Hohen⸗ holm ſei allgemein, und der Kammerherr habe voll Zorn und Wuth geſchworen, ein fürchterliches Exempel an den Flüchtlingen üben zu wollen.

Als Werner dieſe Nachricht empfing, war ſein erſter Gedanke der, die günſtige Gelegenheit zu benutzen und unverzüglich den alten Pfarrer aufzuſuchen. Gedacht, gethan. Er empfahl dem ehrlichen Franz das ſtrengſte Stillſchweigen, eilte ohne Zögern davon, und ſtand eine halbe Stunde ſpäter vor dem würdigen Greiſe, der ihn mit zugleich ernſter und wohlwollender Freund⸗ lichkeit empfing. Schlicht und einfach theilte er ihm hierauf mit, daß er ſeines Rathes bedürfe, und bat ihn zunächſt um die Vergünſtigung, einen Blick in das Todtenregiſter vom letzten Monat werfen zu dürfen. Bereitwillig legte der Pfarrer ihm das Kirchenbuch vor, und mit erblaſſender Wange las Werner:»Kurt Wil⸗

denrad von Lübeck, ſeines Gewerbes ein Schiffer, ſtran⸗

dete am 8ten d. M. bei St. Johannisberg und endigte gewaltſamer Weiſe ſein Leben zu Schloß Hohenholm am. 9ten d. M. Begraben am 12ten auf Erlaubniß des Konſiſtoriums zu Reval, laut Beilage.

Alſo wahr, wirklich wahr, was Werner ſo gern für Schreckbilder der aufgeregten Phantaſie gehalten hätte! Seine Thränen floſſen und er ſchluchzte laut. Als er ſich wieder gefaßt hatte, erzählte er ohne Rück⸗ halt dem Pfarrer Alles, was ſeine Seele bedrückte: Der Mord Wildenrad's, ſeinen Verdacht hinſichtlich des Leuchtthurms, der böswillig die Schiffer in's Ver⸗ derben locken ſollte, ſeine eigene vom Vogt beabſichtigte