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Der Strandfischer : nach einer wahren Begebenheit seinen jungen Freunden erzählt / von Franz Hoffmann
Entstehung
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überliefern? Machte er ſich nicht zum Mitſchuldigen des Verbrechens, indem er das Verbrechen verſchwieg?

Werner fühlte ſich unheimlicher als jemals im Schloſſe, und ſein ganzes Sinnen und Trachten lief darauf hinaus, ſich ſeinen grauenvollen Umgebungen durch heimliche Entfernung zu entziehen.

Nur wußte er nicht, auf welche Weiſe er die be⸗ abſichtigte Flucht bewerkſtelligen ſollte. Sich den Leu⸗ ten des Barons anvertrauen war unthunlich, da er auf der Stelle verrathen worden wäre, und ohne Bei⸗ ſtand konnte er allein nicht ein Boot über das Waſ⸗ ſer führen, das die Inſel rings umgibt. Da fiel ihm der alte würdige Pfarrer ein, deſſen edle Greiſenge⸗ ſtalt einſt einen ſo wohlthuenden Eindruck auf ihn ge⸗ macht hatte, und ein kurzes Nachdenken beſtimmte ihn, ſich bei der erſten paſſenden Gelegenheit zu ihm zu be⸗ geben und ihn um ſeinen Rath zu erſuchen. Außer⸗ dem durfte er auch hoffen, durch ihn Näheres über den Kapitän Wildenrad zu erfahren, und dies befeſtigte vol⸗ lends ſeinen Entſchluß.

So ſtanden die Sachen und Werner hatte die letz⸗ ten Ueberbleibſel ſeiner Krankheit ſchon ziemlich über⸗ wunden, als der alte Franz eines Tages in ſein Zim⸗ mer trat, und ihm eine ſehr wichtige Neuigkeit mit⸗ theilte. Jöggi Kusbal, der Vogt, erzählte er, hätte ſich mit zwei andern Leibeigenen des Barons plötzlich unſichtbar gemacht, große Geldſummen wären dem Herrn geſtohlen worden, eine Schaluppe von zwölf Tonnen Laſt fehlte in der Bucht von St. Johannis⸗ berg, und es unterläge keinem Zweifel, daß die Ha⸗ lunken die Diebe und mit der Schaluppe in See ge⸗ gangen wären. Seit zwei Stunden hätte ſich der