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War es etwa nur ein Traum geweſen, der ihn wäh⸗ rend ſeines ohnmächtigen Zuſtandes geängſtigt hatte, oder war wirklich Alles ſo zugegangen, wie ſein Ge⸗ dächtniß ihm täglich und ſtündlich wiederholte? Er konnte fürerſt zu keiner Aufklärung darüber kommen, denn der Baron ſchien ſich gefliſſentlich von ihm fern zu halten, und der alte Franz beobachtete ſein früheres unerbrüchliches Schweigen. Werner ſah ihm wohl an, daß auch ihn Manches bedrückte, aber auf ſeine Fra⸗ gen hatte der Alte kaum eine andere Antwort, als ein trübes, ſchwermüthiges Kopfſchütteln.
„Was weiß ich?« ſagte er hoͤchſtens.„Ich bin nicht dabei geweſen, und übrigens habe ich den ſtreng⸗ ſten Befehl empfangen, bei ſchwerer Ungnade nicht zu plaudern, ſondern reinen Mund zu halten. Ein Die⸗ ner muß ſeinem Herrn Folge leiſten, und Sie, Herr Werner, werden mich doch gewiß nicht vom Wege der Pflicht ablocken wollen? Danken Sie dem Himmel, daß Ihr eigenes Leben gerettet iſt, und bekümmern Sie ſich nicht um Dinge, deren Entdeckung auf keinen Fall zu etwas Gutem führen kann.“
Werner erkannte wohl, daß unter dieſen Umſtänden ſeine Zweifel auf dem Schloſſe nicht gelöst werden würden, und dennoch vergönnte ihm die peinigende Un⸗ gewißheit keinen ruhigen Augenblick. Wenn Alles wirk⸗ lich geſchehen war, wenn er wirklich gehört, geſehen hatte, was zu hören, zu ſehen er gewähnt;— großer Gott, ſo war er ja in eine Mörderhöhle gerathen, aus welcher die Rettung nur durch ſchleunige Flucht zu er⸗ möglichen ſchien! Erforderte es nicht übrigens ſeine Pflicht, den Baron anzuklagen und den Gerichten zu


