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Geneſung ſich brauſend durch die ausgetrockneten Aeſte meines Geäders ergoß.
Dem erſten Entzücken folgte indeß bald ein dumpfer Schrecken, denn ich beſann mich plötzlich auf das Ent⸗ ſetzliche, was während meines Starrkrampfes in meiner Naͤhe geſchehen war. Der Baron ein Mörder! Der Ermordete— jetzt leuchtete die Erkenntniß mit furcht⸗ barer Klarheit in meine Seele— der Ermordete mein alter Freund, Kapitän Wildenrad!
Ich wollte zweifeln, wollte mir ſelbſt einreden, Alles ſeien nur die ſchattenhaften Gebilde eines ſchwe⸗ ren Traumes geweſen, aber es gelang mir nicht ganz, die Schreckensſcenen aus meinem Gedächtniſſe zu ver⸗ wiſchen, und noch brütete ich in wahrer Seelenangſt über dieſen Zweifeln, als plötzlich die Vorhänge mei⸗ nes Bettes zurückgeſchlagen wurden, und das ehrliche Geſicht des alten treuen Franz vor meinen Augen auf⸗ tauchte.
„O Herrgott!« rief er freudig aus, als er meine offenen Augen und das ſchwache Lächeln bemerkte, mit dem ich ihn begrüßte,—»Sie leben wieder! Mein Mittel hat alſo angeſchlagen! Ach, ich dacht' es wohl, daß Ihnen der Vogt etwas eingerührt haben müſſe, aber zum Glück kannt' ich das Gegenmittel, und ſiehe da, es hat gewirkt! Lob und Dank ſei Gott in der Höhe! Jetzt iſt die Gefahr vorüber, und ein zweites Mal wird der Schurke ſich nicht an Sie wagen.“
Ich wollte fragen, hören, den Alten ausforſchen, aber er ſchüttelte den Kopf und bedeutete mich, ganz ruhig zu bleiben, und alle Erklärungen aufzuſparen, bis ich mich wieder beſſer und kräftiger fühlen würde.
Was konnte ich weiter thun, als ihm gehorchen?


