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den Ermordeten fiel, und ſchickte hierauf nach dem Dorfbader und dem Paſtor, um die Beſcheinigung des Todes und die Erlaubniß zum Begräbniſſe ſeines Opfers zu erlangen. Dann ging er; die Menge zer⸗ ſtreute ſich ſtill und betäubt, und wenige Augenblicke war es wieder einſam und öde, wie Grabesſtille um mich her.
Eine geraume Zeit verging, ohne daß die Stille unterbrochen wurde. Ich lag noch immer in todten⸗ ähnlicher Betäubung da, ſpürte aber, wie allmählig das Mittel zu wirken anfing, welches der alte Franz mir in den Mund geträufelt hatte. In der Gegend des Herzens erwachte zuerſt ein Gefühl von innerer Lebenswärme und ſtreckte faſt unmerklich langſam ſeine Wirkungen von hier weiter hinaus in die abgeſtorbenen Glieder. Dann ſenkte es ſich über mich, wie ſüße Er⸗ mattung und Schlaf. Halb träumend ſchon, hörte ich nur noch, wie der Herbeigerufene alte Pfarrer kam, wie die Leiche des Ermordeten weggeſchafft wurde; dann verlor ich gänzlich das Bewußtſein und verſank in einen kiefen, feſten Schlummer. Wie lange er an⸗ 1 dauerte, weiß ich nicht. Endlich kehrte mein Bewußt⸗ ſein zurück, und zwar fiel mein Erwachen in eine ein⸗ ſame Morgenſtunde. Der rothe Wiederſchein der auf⸗ gehenden Sonne traf mein Auge, mein unverſchloſ⸗ ſenes Auge. Unwillkührlich wollten meine Hände ſich zum Dankgebete falten, und— o Gott! o Gott! Der Wille konnte zur That werden, und nicht mehr unbeweglich auf die Decke geheftet, erhoben ſich meine geſtärkten Arme gen Himmel. Neue, friſche Lebens⸗ kräfte fühlte ich von Minute zu Minute ſich in mir entwickeln, fühlte hoch beſeligt, wie ein Strom der


