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Der Strandfischer : nach einer wahren Begebenheit seinen jungen Freunden erzählt / von Franz Hoffmann
Entstehung
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die ihm keineswegs unwillkommen war, inſofern er ſich in einer ſolchen Stellung ſeinem Gaſtfreunde dankbar und zumal nützlich bezeigen konnte. Mit herzlichem Wohlgefallen betrachtete er die beiden Mädchen, deren ſanfte, hübſche Geſichter ihm ſogleich Theilnahme ein⸗ flößten. Nur wunderte es ihn insgeheim, daß ſo wenig Liebe und Zärtlichkeit zwiſchen dem Baron und den Kindern obzuwalten ſchien. Der Vater empfing ſie mit kaltem Lächeln, indem er ihnen die Hand reichte, welche die beiden Mädchen eher ſcheu und ſchüchtern, als kindlich liebevoll an ihren Mund führten und küß⸗ ten. Auch entfernten ſie ſich bald nach ihrer Ankunft wieder, um in ihr Zimmer zu gehen und ſich umzu⸗ kleiden, während der Baron, als ob nichts geſchehen wäre, mit Werner zu dem Schachſpiele zurückkehrte.

Indeß, die Abweſenheit der beiden Kinder war nicht von langer Dauer geweſen, und vielleicht mochte es ja auch zum guten Tone unter den Vornehmen ge⸗ hören, beſonders in Gegenwart Geringerer keinerlei tie⸗ fere Gemüthsbewegung zu zeigen. Werner ſuchte alſo ſeine Gedanken von dieſem Umſtande abzuziehen, und das etwas auffallende Benehmen des Barons, wenn nicht zu vergeſſen, ſo doch zu entſchuldigen.

Die nächſten Tage vergingen ſchnell. Werner be⸗ mühte ſich, mit den beiden kleinen Mädchen nähere Be⸗ kanntſchaft zu ſchließen, und das gelang ihm um ſo leichter, als auch dieſe ihm mit herzlicher Vertraulich⸗ keit und kindlicher Offenheit entgegen kamen. Der Baron ſchien mit dieſem guten Einverſtändniſſe ſehr zufrieden zu ſein, und nach einigen Tagen rückte er, wie Werner bereits vermuthet hatte, mit dem Vorſchlage heraus, daß der junge Mann auf Dagoe verweilen

Der Strandfiſcher. 3