Augen, der etwas unbeſchreiblich Falſches und Lauern⸗ des hatte. Er jübelte am lauteſten, wenn irgend ein Gegenſtand von einigem Werthe aus den Wellen ge⸗ zogen wurde, und eine faſt teufliſche Freude ſprach dann immer aus ſeinen entmenſchten Geſichtszügen. Adolph Werner mußte ſeine Augen von ihm abwenden, weil er den Anblick des frechen und gefühlloſen Kerls nicht ohne Abſcheu ertragen konnte.
„Kehren wir nach der Fiſcherhütte zurück,“ ſagte er zum Kapitän.„Die erbarmungsloſe Habgier und Fröh⸗ lichkeit dieſer Leute thut mir weh. Laſſen Sie uns überlegen, auf welche Weiſe wir am beſten von dieſer Inſel fortkommen, denn je eher wir es möglich machen können, deſto lieber wird es mir ſein.“
Für den Kapitän ſelber mochte der Anblick der Strandfiſcher nicht viel Feſſelndes haben, denn auf die Bitte ſeines Begleiters machte er ohne weitere Bemer⸗ kung Kehrt und ging mit ihm nach der Hütte zurück. Hier waren ſie kaum eingetroffen, als ein Mann, wel⸗ cher ſich durch ſein Aeußeres ſowohl, wie durch den Schnitt ſeiner Kleidung auf den erſten Blick ſehr we⸗ ſentlich von den anderen roheren Strandbewohnern unterſchied, in die rauchige kleine Stube trat, und nach flüchtig prüfendem Blicke mit höflichem Anſtande auf Werner zuging.
»„Erſt vor wenigen Augenblicken habe ich Ihr Un⸗ glück erfahren,“ ſagte er,„und bedauere herzlich, daß es Ihnen zuſtoßen mußte. Uebrigens bin ich nicht gekom⸗ men, um Ihnen nur ein müßiges Beileid zu bezeigen, oder meine Neugierde zu befriedigen, ſondern um Ihnen nach beſten Kräften meine Dienſte anzubieten. Ich bin der Baron Unken, der Grundherr des weſtlichen Theils


