mein Kind wären. Nun wir einmal bis hierher ſind, ſoll Ihnen von dieſen Spitzbuben von Strandfiſchern auch nicht ein Haar mehr gekrümmt werden.“
Werner zeigte ſich zwar eher geneigt, aufzuſtehen, als zu ſchlafen, aber Kapitän Wildenrad drückte ihn auf ſein hartes Lager zurück, und die Erſchöpfung Werners that das Uebrige. Nach einigen Minuten ſchon verſank er wieder in einen tiefen, feſten Schlum⸗ mer, aus welchem er erſt durch die Strahlen der auf⸗ gehenden Sonne wieder erweckt wurde. Er fand den Kapitän, auf einem rohen hölzernen Schemel ſitzend, noch an ſeinem Lager, und reichte ihm zum Morgen⸗ gruße die Hand.
„Dank für die treue Wache, Kapitän,“« ſagte er. „Aber jetzt iſt ſie nicht länger nöthig, denn ich fühle mich vollkommen wohl und geſtärkt. Sehen wir, ob wir uns nicht draußen noch nützlich machen können.“
Kapitän Wildenrad erwiederte den Händedruck ſei⸗
nes jungen Freundes, hatte als Antwort aber nur ein trübes Lächeln.
»Draußen iſt nichts mehr zu holen,“ ſagte er nach einem Weilchen melancholiſchen Schweigens.„Was die Wellen an das Ufer geſpült haben, iſt eine gute Beute für die Bewohner der Inſel, und ſie ſind drüber her, wie die gierigen Raben. Sie kennen ja das Strand⸗ recht! Was von einem geſtrandeten Schiffe durch
Wind und Wellen an das Ufer geführt wird, gehört
den Strandfiſchern! Nun, von unſerem alten Kaſten werden ſie nicht viel erbeuten, die Halunken, denn ſo ziemlich die ganze Ladung liegt mit meinen armen Jun⸗ gen tief auf dem Meeresgrunde. Aber kommen Sie


