„Keinen!“ entgegnete er mit traurigem Kopfſchütteln.
„Die armen Burſche ſchlafen Alle den ewigen Schlaf auf Meeresgrunde.“
»Und nichts, gar nichts gerettet vom Schiff und Ladung?“«
„Nichts, als das nackte Leben und dieſen alten Flausrock, der von Seewaſſer trieft! Schiff und La⸗ dung hat das Waſſer verſchlungen, und wird mir kei⸗ nen Fetzen Segeltuch und keine lecke Waſſertonne zurückgeben. Mag's fahren dahin; die Aſſekuranten in Lübeck müſſen ja doch Alles erſetzen, aber daß meine Jungen, acht brave Jungen, ſo brav, wie ſie nur je die Laufplanken eines Schiffes betreten ha⸗ ben, daß ſie dahin ſind, von wo keine Wiederkehr iſt, das bricht mir das Herz! Und zwiſchendurch zerarbeitet ſich immer noch mein Kopf, um eine Erklärung für das zweite Feuer zu finden, das uns ſo tückiſch und verrätheriſch in's Verderben geſtürzt hat. Ohne dies geſpenſtiſche Licht hätten wir den Sturm wohl abge⸗ wettert, denn das erſte Licht muß wirklich die Feuer⸗ bake auf Dagerort geweſen ſein, weil wir ſonſt nicht hier auf den Strand gelaufen ſein könnten. Gott ver⸗ zeihe mir die Sünde, aber ich hege wirklich Verdacht, daß hier ein ſchauerliches Bubenſtück zu Grunde liegt!“ „»Kann es nicht auch ein unglücklicher Zufall ge⸗ weſen ſein?« fragte Werner.
Der Kapitän zuckte die Achſel.„Möglich!« erwie⸗ derte er.„Indeß,— mag es ſein, was es will, der Gott, der uns ſo wunderbar erhalten hat, der wird es an den Tag bringen. Aber ſchlafen Sie, junger Freund, ſchlafen Sie! Sie müſſen müde und erſchöpft ſein, und über Ihre Sicherheit will ich wachen, als ob Sie,


