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Der Strandfischer : nach einer wahren Begebenheit seinen jungen Freunden erzählt / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Zweites Kapitel. Der Menſch denkt, Gott lenkt!

Die Hoffnungen des wackeren alten Seemannes ſchienen auf's Schönſte in Erfüllung zu gehen, wenig⸗ ſtens kreuzte ſein Schiff bereits in der Nähe des finni⸗ ſchen Meerbuſens, ohne daß der geringſte Unfall die raſche und glückliche Fahrt unterbrochen hätte, und das wettergebräunte Geſicht des Kapitäns glänzte wie der heiterſte Sonnenſchein. Er und Adolph Werner waren gute Freunde während der Ueberfahrt geworden. Der alte Seemann fand Gefallen an dem freundlichen jun⸗ gen Manne, der ſeiner Erfahrung ſo großes Vertrauen geſchenkt und ihm mit offenen Herzen alle ſeine ver⸗ gangenen Leiden und zukünftigen Hoffnungen mitgetheilt hatte; während Adolph die gerade und ehrliche Bieder⸗ keit des Kapitäns mit jedem Tage ihres Beiſammen⸗ lebens höher zu ſchätzen lernte. Schon ſprachen Beide mit Bedauern von der nahe bevorſtehenden Trennung, indem Kapitän Wildenrad mit Zuverſicht die Ankunft in Petersburg auf den folgenden Tag vorausſagte, als noch in der letzten Nacht Alles eine ganz andere und unerwartete Wendung nahm. Der bisher ſo günſtig geweſene Wind ſchlug ganz unverhofft in die entgegen⸗ geſetzte Richtung um und wuchs mit drohender Schnel⸗ ligkeit zu einer ſo tobenden Heftigkeit an, daß an das Einlaufen in das enge Fahrwaſſer des finniſchen Meer⸗ buſens wenigſtens dieſe Nacht nicht mehr zu denken war. Adolph, welcher mit der ſicheren Erwartung, am