„Benachrichtigen Sie mich, wenn Sie in See ſtechen wollen.«
„Topp!“ erwiederte der alte Schiffer und ſchlug treuherzig in die dargebotene Rechte Werners ein.„Es ſoll Sie nicht gereuen, dem Schiffe vertraut zu haben, und ich will Ihnen die Ueberfahrt ſo angenehm zu machen ſuchen, wie Wind und Wellen es irgend ge⸗ ſtatten. Halten Sie ſich nur jede Stunde bereit! So⸗ bald die Wetterfahne nach Nordoſten zeigt, lichten wir Anker. Am beſten wär's, Sie gingen gleich ſelber mit Ihren Sachen an Bord.“
Adolph hatte in Lübeck keine Geſchäfte mehr zu be⸗ ſorgen, und war deßhalb ebenfalls der Anſicht, daß es am zweckmäßigſten ſein würde, ſich gleich auf dem Schiffe ſelber einzurichten, und für die möglichſte Be⸗ quemlichkeit zu ſorgen. Kapitän Wildenrad räumte ihm eine hübſche Kajüte neben der ſeinigen ein, und in den letzten Tagen des Oktober ging das alte Fahrzeug mit dem günſtigſten Winde unter Segel.
»Alles ſteht wohl!“ ſagte Kapitän Wildenrad zu ſei⸗ nem Paſſagier, der auf dem Verdeck ſtand, mit feuchtem Auge nach dem verſchwindenden Ufer zurückſchaute, und mit ſtiller Sehnſucht der geliebten Schweſter in der trauten Heimath gedachte—„Alles ſteht wohl, junger Herr, darum friſch aufgeſchaut und muthig vorwärts geblickt! Wenn dieſer Wind ſtet bleibt, werden wir noch am Ende der Woche in Petersburg ſein!«—
—


