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das Leben der Mannſchaft und der Paſſagiere gegen Schaden verſichern könne.
Der Rheder war augenſcheinlich ein braver, recht⸗ ſchaffener Mann, und ſeine offen ausgeſprochene War⸗ nung blieb nicht ohne Eindruck auf Werner. Gleich⸗ wohl— was konnte er unter den obwaltenden Um⸗ ſtänden weiter thun, als ſich einzuſchiffen und das Uebrige der Barmherzigkeit des Himmels anheim zu ſtellen? Der Graf, ſein künftiger Gebieter, erwartete ihn mit Ungeduld; daß ſich eine andere, ſicherere Reiſe⸗ gelegenheit darbieten werde, ſtand nicht zu hoffen, und wenn Werner alſo ſeine Stelle nicht aufgeben wollte, ſo mußte er ſich dem ſo wenig empfohlenen Schiffe wohl anvertrauen.
„Ich will ihnen noch einen Rath geben, lieber Herr,“« fügte der Rheder zuletzt hinzu, als ſich Adolph mit der Bemerkung entfernte, daß ihm nichts Anderes übrig bleibe, als im Vertrauen auf den ſchützenden Beiſtand Gottes die Ueberfahrt zu machen,—„ſprechen Sie mit meinem Schiffer, dem Kapitän Wildenrad, der das alte Fahrzeug nach Petersburg führen ſoll. Er iſt ein offener, redlicher Mann, und ein bewährter, büchiiger Seefahrer, was er Ihnen ſagt, das thun
ie.
Adolph Werner beſchloß den wohlgemeinten Rath zu befolgen und ſuchte den Kapitän in ſeiner Herberge auf, nachdem er ſich vorher genau nach dem Rufe, in welchem er ſtand, erkundigt und überall nur Gutes über ihn vernommen hatte. Er fand einen derben, kräftigen Seemann mit gebräuntem Geſicht, gefurchter Stirne und grauem Haar und Backenbart, aber mit ſo freundlicher und wohlwollender Miene, daß er auf den


