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Der Strandfischer : nach einer wahren Begebenheit seinen jungen Freunden erzählt / von Franz Hoffmann
Entstehung
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davor hätte zurücktreten müſſen. Noch am ſelbigen Tage meldete Adolph ſeinem väterlichen Freunde in Göttingen, daß er die Stelle annehme, und ſprach in den herzlichſten Worten ſeinen Dank für die gütevolle Fürſorge ſeines einſtigen Lehrers aus. Dann traf er unverzüglich alle nöthigen Anſtalten zur Abreiſe, denn er durfte in der That nicht zoͤgern, wenn er in Lübeck noch ein Schiff zur Ueberfahrt nach Petersburg finden wollte, indem der Winter, und noch dazu ein nordi⸗ ſcher Winter mit ſeiner erſtarrenden Kälte ſo nahe bevorſtand. Adolph erhob das Reiſegeld bei einem Handelshauſe ſeiner Vaterſtadt, theilte es mit ſeiner Schweſter, und trat endlich nach zärtlich⸗innigem Ab⸗ ſchiede von ihr ſeine Reiſe an.

Das nächſte Ziel derſelben war Lübeck, weil er hier bei dem regen Handelsverkehr mit Rußland noch am erſten ein Schiff zur Ueberfahrt ausfindig zu machen hoffen durfte. Gleichwohl kam er faſt ſchon zu ſpät. Nur ein einziges Schiff wollte in dem bereits ziemlich weit vorgerückten Herbſte noch die Fahrt nach Kron⸗ ſtadt und der Newa wagen, und der Eigenthümer deſ⸗ ſelben geſtand noch obendrein, daß ihn nur die Hoff⸗ nung auf den anſehnlichen Gewinn einer Handelsſpe⸗ kulation bewegen könne, das Schiff in See gehen zu laſſen. Ueberdieß ſei es ein altes, baufälliges Fahrzeug, dazu beſtimmt, ſeine letzte Reiſe zu machen, und nach erfolgter glücklicher Ankunft in Petersburg auseinander geſchlagen und als Bau⸗ oder Brennholz verkauft zu werden, und es ſei daher ein ziemlich gewagtes Unter⸗ nehmen, ſich einem ſolchen Schiffe anzuvertrauen, indem der Rheder wohl dieſes und die Ladung, nicht aber