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Der Strandfischer : nach einer wahren Begebenheit seinen jungen Freunden erzählt / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Der junge Mann antwortete nur mit einem Seuf⸗ zer, und trat mit ſorgenvoller Stirn in das kleine Wohnzimmer, durch deſſen Fenſter noch immer hell und freundlich die Sonne ſchien.

»Was iſt das?« rief er überraſcht aus, als er ei⸗ nen Brief auf dem Nähtiſche liegen ſah.An mich, A gathe?«

»Ja, freilich, faſt hätt' ich's vergeſſen, erwie⸗ derte ſie.Aus Göttingen.

»Aus Göttingen?« wiederholte Adolph und eilte wie ein Stoßvogel auf den Brief zu.Ja, wahrlich, von meinem alten väterlichen Freunde und Lehrer! Was mag er mir zu ſchreiben haben?«

Mit haſtiger Hand erbrach er das Siegel und über⸗ flog den Inhalt des Briefes. Seine Stirn entwölkte ſich während des Leſens, ſein trüber Blick ſtrahlte hell auf, und mit einem Freudenrufe fiel er der Schweſter um den Hals.

Wenn die Noth am hoͤchſten, iſt die Hülfe am nächſten, jubelte er.Freue dich, Agathe, mein liebes Schweſterchen! Singe, lache, tanze! Der liebe. Gott hat uns nicht verlaſſen, als alle Hoffnungen uns ſchon verließen. Das iſt wirklich ein Segen des Himmels, der uns zu theil wird!«

Aber was iſt's? Was iſt's?« fragte Agathe.

Eine Anſtellung! Vierhundert Silberrubel jaͤhrlich und freie Station! Privat⸗Sekretär des Grafen Solti⸗ kow in Petersburg! Daß mein alter braver Lehrer ſich meiner erinnerte, mich dem Grafen empfahl, wie ſoll ich's ihm danken? Agathe, nun iſt uns geholfen! Weniger als die Hälfte meines Gehaltes wird für mich ausreichen, und die andere Hälfte meinem liebe