4
auf Erwerb zeigten ſich nirgends,— man konnte ſich wahrhaftig nicht wundern, wenn die gute Agathe mit
ſchwerem Herzen an die nächſte Zukunft dachte.
Endlich, während ſie noch in der Küche war, kamen Schritte die Treppe herauf. Aber nicht die raſchen, feſten, fröhlichen Schritte des Glücklichen, ſondern die langſamen, leiſen und zögerndern des Hoffnungsloſen. Agathe Kerüeth Alles aus dieſem zaudernden Gange, und ihre letzte Hoffnung ſchwand dahin.
»Armer Adolph!“ ſagte ſie mit bedrückte Stimme. „Wieder vergeblich?«
»„Wieder vergeblich!“ antwortete Adolph niederge⸗ ſchlagen, und druckte die Schweſter af ſein betrübtes Herz.„Jetzt weiß Gott allein, was aus uns werden
ſoll!
Der traurige Ton von Adolphs Stimme drang in Agathe's Herz.„Wenn Er den Muth verliert, ſo darf Ich ihn nicht auch verlieren,“« flüſterte ſie ſich ſelbſt zu, und wiſchte mit heimlicher Hand die Thräne fort, die verrätheriſch in ihren Wimpern hing.»Gott wird helfen, Bruder!“ ſagte ſie tröſtend.„Und auf Ihn wollen wir unſere Hoffnungen bauen! Was ban⸗ gen wir und ſorgen für den kommenden Tag, da doch Er unſer Vater iſt?« 7
Adolph ſeufzte.„Alles gut!“ erwiederte er.„Wenn nur der Winter nicht ſo gar nahe wäre! Was ſoll den Winter über werden, Agathe?«
„»Denke an die hungrigen Rahben und an die Sper⸗ linge, deren keiner vom Dache fällt, ohne den Willen des himmliſchen Vaters,“ entgegnete Agathe ſanft.„Je größer die Noth, deſto näher die Hülfe! Wir dürfen nicht verzagen, Adolph!«


