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Die Sonne bringt es an den Tag : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Der Verſucher ſprach ſo lockend zu mir, daß ich endlich nicht mehr widerſtehen konnte, fuhr Bodo fort. »Wir verläumdeten Wolf, indem wir ihm ſchuld ga⸗ ben, den Grafen Siegmund zu der Waſſerfahrt veran⸗ laßt zu haben, welche die nächſte Urſache zu ſeinem Tode werden ſollte. Die Liſt gelang; Wolf fiel bei Ihnen in Ungnade, mein Oheim, und wurde hierher in die Verbannung geſchickt. Nun waren wir, ich und der Verſucher, allein mit dem Kinde. Mitten im Walde auf der Böhmiſchen Gränze ſetzten wir es aus. Edgar ſchlief. Ich legte ihn auf das Moos unter einer Eiche nieder, und dann fuhren wir weiter, in der Hoffnung, daß wir den Knaben nie wiederſehen würden. Erſt ſpäter vermißte ich den Siegelring des Grafen Siegmund, der von meinem Finger geglitten

ſein mußte, als ich Edgar unter die Eiche trug. Es

war zu ſpät, den Ring zu holen, und außerdem mußten wir eilen, die Gegend zu verlaſſen. Bis auf dieſen kleinen Unfall glückte uns Alles. Balſer hatte ſchon in Nizza einen falſchen Todtenſchein mit ſo vieler Kunſt angefertigt, daß Sie, Herr Graf, gänzlich durch ihn

ggetäuſcht wurden, und keinerlei Nachforſchungen an⸗

ſtellten. Balſer ſtarb bald darauf, und nun glaubte ich mich vor jeder Entdeckung geſichert. Da, plötzlich, nach vielen Jahren, tauchte der ausgeſetzte Knabe wie⸗ der auf. In dem Secretair Peter erkannte ich auf der Stelle den kleinen Edgar. Die Beſorgniß, daß noch jetzt Alles an den Tag kommen würde, machte mich ſinnlos. Ich bemächtigte mich des jungen Mannes durch eine Liſt, indem ich einen Schlaftrunk in ſeinen Wein ſchüttete, und brachte ihn hierher, wo ich ihn für immer geborgen glaubte. Nun hörte ich aber von