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Die Sonne bringt es an den Tag : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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der Verhaftung des Haushofmeiſters, und auf weitere Erkundigungen von Ihrer Reiſe nach dem Geierſtein. Ich eilte Ihnen nach, in der Hoffnung, Ihnen noch zuvorzukommen. Aber es gelang mir nicht, und ſo blieb mir nur noch die einzige Hoffnung, Alles abzu⸗ läugnen, und mich auf den Todtenſchein zu berufen. Auch das vergebens! Wer mag verrathen haben, daß er gefälſcht iſt? Wolf wußte doch nichts davon!

Du ſelbſt haſt es verrathen,« entgegnete Graf Brutterode.Wir wußten noch nichts, ſondern ver⸗ mutheten nur, daß du ein ſolches Mittel zu meiner Täuſchung angewendet haben würdeſt, was übrigens ſehr leicht durch eingezogene Erkundigungen zu entdecken geweſen wäre. Dein Läugnen würde nur eine kurze Verzögerung, und nichts weiter veranlaßt haben. Edgar, umarme mich, mein theurer Knabe! Fortan biſt du mein Sohn, und ich werde dein Vater ſein!

Edgar warf ſich an die Bruſt des Greiſes, und ihre Thränen vermiſchten ſich. Freudeleuchtend ſtand der alte Wolf daneben, und ſeine zitternde Lippe mur⸗ melte:Die Sonne, die Sonne bringt Alles an den Tag! Möge ſie noch lange, lange freundlich leuchten über den Häuptern derer, die ſo viele Jahre hindurch einander entbehren mußten!...

Der Wunſch des braven Alten gieng in Erfüllung. Noch manches Jahr erfreute ſich der würdige Graf Brutterode der zärtlichen Liebe ſeines Enkels, und dieſer, umgeben von Glück, ſuchte ſich deſſelben würdig zu machen durch herzliche Dankbarkeit für früher empfan⸗ gene Wohlthaten. Der gute alte Andreas und Wolf lebten und genoſſen jede Freude mit ihm. Er, und Graf Julius wurden die beſten, treueſten Freunde.