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Die Sonne bringt es an den Tag : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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wieder erreichen konnten. Vom Regen durchnäßt, von heftigem Winde bis auf das Mark der Knochen erkäl⸗ tet, halb ohnmächtig kehrte mein armer, gnädiger Herr zurück. Am anderen Tage lag er wieder im heftigſten Fieber. Drei Wochen ſpäter begruben wir ihn.

Ob nun Graf Bodo und der alte Balſer dieſe drei Wochen, während welchen ich nicht von der Seite meines Herrn kam, dazu benutzten, Ränke gegen mich zu ſpinnen und den alten Grafen Brutterode gegen mich aufzubringen, weiß ich nicht. Aber wahrſcheinlich genug kommt es mir vor. Genug, Thatſache war, daß ein Brief vom alten Herrn mit dem Befehle kam, ihm ſeinen Neffen, den verwaiſten kleinen Edgar nach Prag zu bringen. Graf Bodo ſollte die Obhut über den Knaben übernehmen. Mich aber, ſo ſchrieb der alte Herr, wie ich mit meinen eigenen Augen in dem Briefe las, mich wolle er nicht ſehen, ich ſolle mich hierher nach dem Geierſtein begeben und den Poſten als Ka⸗ ſtellan des alten Schloſſes verſehen.

Der Befehl ſchmerzte mich, doch ich mußte ge⸗ horchen. In Nizza hatte ich mich mit meiner Urſula verheirathet, die zur Pflege des kleinen Edgar mitge⸗ nommen worden war. Mitt ihr trennte ich mich vom Grafen Bodo und dem damals etwa drei Jahr alten Edgar. Wir giengen durch Tirol hierher, der Graf reiſte nach Prag. Später hörte ich, unſer kleiner Edgar ſei unterwegs auch geſtorben, wie ſein Vater. Damals

glaubte ich die traurige Nachricht, jetzt aber glaube ich ſie nicht mehr. Ich bin überzeugt, Edgar lebt, und

Graf Bodo hat dem alten Herrn ſeinen Tod nur vor⸗ geſpiegelt, um nach deſſen Tode in den Beſitz ſeiner großen Guüter zu kommen.