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Die Sonne bringt es an den Tag : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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kommandirte. Der Herr Graf und ſeine Gemahlin lebten wie die Engel im Himmel zuſammen, und man konnte kein ſchöneres Familien⸗Leben in der ganzen großen Reſidenz finden, als in unſerem Palais. Wir machten ein großes Haus, wie es dem Reichthum des Herrn wohl anſtand, und unter den täglichen Gäſten, die bei uns aus und ein giengen, befand ſich auch der Graf Bodo von Niederberg, der Neffe des alten Grafen Brutterode, ſeiner Schweſter Sohn. Er brachte jeden Abend bei uns zu, wenn nicht die Herrſchaft außer dem Hauſe eingeladen war, und ich weiß ganz genau, daß mein Herr ihn mehrmals mit bedeutenden Geld⸗ ſummen unterſtützte. Ich fand es ganz in der Ord⸗ nung. Graf Bodo war nicht reich und des Grafen Siegmund, meines gnädigen Herrn, nächſter Verwandter und leiblicher Vetter. Verwandte aber müſſen einander unterſtützen, und der Reiche muß dem Armen aushelfen. Der alte Herr hatte es ſchon immer gethan, und der junge Graf folgte alſo nur dem Beiſpiele ſeines Vaters. Graf Bodo ſchien ſich auch zu aufrichtiger Dankbarkeit verpflichtet zu fühlen. Er war immer gefällig, heiter, zuvorkommend, und galt bei Jedermann für den beſten Freund meines jungen Herr. Auch ich ſelber ſetzte kein Mißtrauen in ihn. Lebten ſie doch wie Brüder mit einander. 1

Da traf meinen armen Herrn ein ſchweres Un⸗ glück. Seine junge, ſchöne Gemahlin, die er über Alles in der Welt liebte und ſchätzte, ſtarb kaum ein Vierteljahr nachdem ſie ihm einen Sohn geſchenkt hatte. Der Schmerz des Grafen iſt nicht zu beſchreiben. Nichts vermochte ihn über ſeinen Verluſt zu tröſten, ſelbſt nicht der Anblick des kleinen Edgar. Ganze Tage, und Nächte