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bitte Sie, enthüllen Sie mir endlich die Umſtände, die Sie zu Ihren Fragen veranlaßt haben!“
„Ja, junger Herr, Sie ſollen Alles wiſſen,“ erwie⸗ derte Wolf nach kurzer Ueberlegung.„Einige Wochen früher oder ſpäter machen keinen Unterſchied, und er⸗ fahren müſſen Sie doch einmal, um was es ſich han⸗ delt. So hören Sie denn.
„Der alte Graf Brutterode, einer der reichſten Herren im ganzen Lande, hatte nur einen Sohn und eine Tochter. Die letztere, Gräfin Adelheid, ſtarb kurz nach dem Tode ihrer Mutter. Dem alten Herrn blieb nur ſein Sohn Siegmund, auf den er alle Liebe und Zärt⸗ lichkeit ſeines Herzens übertrug. Graf Siegmund wurde auf das Sorgfältigſte erzogen. Er war ein guter, lieber, trefflicher Herr, hochherzig, edel, freigebig, wie Keiner, und deshalb von allen Menſchen in ſeiner Um⸗ gebung innig geliebt und verehrt. Als er einundzwanzig Jahre alt war, vermählte er ſich mit einer Gräfin von Lindenberg, vermuthlich der Tante jenes jungen Grafen Julius, welcher Ihnen, wie ſie mir ſagten, ſo viele Gunſt erwies. Bei der Vermählung trat ihm ſein Vater einen großen Theil ſeiner Güter ab, damit er unabhängig und ſelbſtſtändig in der Welt auftreten konnte. Bei dieſer Gelegenheit kam auch ich in den Dienſt des Grafen Siegmund. Der alte Herr, ich darf es wohl ſagen, hielt damals große Stücke auf mich.„Du biſt ein treues, rechtſchaffenes Blut,« ſagte er zu mir,„du mußt zu meinem Sohne und über ihn wachen und ihm eben ſo redlich dienen, als mir!“ Graf Siegmund machte mich zu ſeinem Leibjäger, und als ſolcher folgte ich ihm und ſeiner jungen Gemahlin nach Wien, wo er als Oberſt ein Regiment der kaiſerlichen Leibgarde


