Druckschrift 
Die Sonne bringt es an den Tag : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
Einzelbild herunterladen

8

Flauſen vor! Ihr müßt doch irgendwo eine Heimath gehabt haben?

Der Knabe ſchüttelte den Kopf.Davon weiß ich nichts, antwortete er.Der Vater wohnte in keinem Dorfe und in keiner Stadt. Wir zogen nur immer umher in den Bergen und im Wald.

So! Und was triebet Ihr da?«

Nun, Vater war geſchickt im Holzfällen und Spal⸗ ten und Sägen und Ausroden von Bäumen, und auch im Kohlenbrennen! Keiner konnt' es beſſer, und wo gerodet oder wo Kohlen⸗Meiler gebaut werden ſollten, da war der Vater immer willkommen. Wir haben da manches Stück Geld verdient. Wenn wir an einer Stelle fertig waren, zogen wir weiter zu einer anderen, und auf dieſe Weiſe ſind wir weit herum gekommen im Lande. In die Stadt oder in ein Dorf giengen wir nur, wenn wir Brod kaufen mußten oder ſonſt was, und da hielten wir uns auch nie lange auf. Der Vater war immer am liehſten im Walde, und ich auch. Darum hießen ſie ihn auch den Wald⸗Friedel, glaube ich. Ach, er war gut, und that keinem Menſchen etwas zu Leide, und mir gab er nie einen Schlag, oder ſchalt mich, oder ſagte mir nur ein hartes Wort!«

Die Wehmuth kehrte wieder bei dieſen Erinnerungen, von Neuem brach Peter in Thränen aus, und ſchluchzte, daß dem alten Waldhüter faſt auch das Weinen näher lag, als das Lachen. Er ſchwieg ſtill, und ließ die aufwallende Schmerzeswoge erſt wieder verlaufen, bevor

er ſeine Fragen fortſetzte. Dann begann er von Neuem.

Jetzt, Peter, ſagte er,gieb mir Antwort; warum ſeeid Ihr an dieſen Ort gekommen? Hier habe ich Euch