Druckschrift 
Die Sonne bringt es an den Tag : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
Einzelbild herunterladen

5

liegen laſſen! Er klagte geſtern, daß ihm das Gehen ſo ſauer würde, und daß ihn der Kopf ſchmerze, mag er ſich denn recht ausruhen. Ich verzehre der⸗ weil mein Fruͤhſtück und ſchneide mir ſchmeidige Ruthen für die Vogelbauer.

Geſagt, gethan. Der Junge rutſchte von dem Baumſtumpf herunter, kroch mit halbem Leibe durch den niedrigen Eingang der Hütte, tappte ein Weilchen mit den Händen darin herum, und brachte endlich einen kleinen Kober von Splint zum Vorſchein, mit welchem er ſich auf ſeinen vorigen Platz verfügte. Hier öffnete er ihn, langte ein paar Stücke Brod heraus, verzehrte ſie trocken, wie ſie waren, mit gutem Appetite, trank hinterher einen Schluck Waſſer von der nahen Quelle, ſchob den Kober wieder in die Hütte, und blickte dann rings umher, um ſchmeidige Gerten zu ſuchen, wie er ſie zur Anfertigung der Käfige benutzen zu können glaubte.

Bis dahin hatte der junge Burſche ganz munter und wohlgemuth ausgeſehen, jetzt aber, als er ſich um⸗ ſchaute, überflog plötzlich ein Schatten ängſtlicher Be⸗ ſorgniß ſein hübſches Geſicht, und er ſtarrte beſorgt in die Ferne. Ganz hinten am Ende des Waldweges, den er von der Hütte aus überſehen konnte, erſchien die Geſtalt eines Mannes mit Flinte und Jagdtaſche und einem Hunde, der an ſeiner Seite einhertrabte.

Der Waldhüter! Es iſt ein Waldhüter! mur⸗ melte der Junge ängſtlich.Da müſſen wir machen, daß wir davon kommen, ſonſt giebt es wieder Schelte, wie neulich, und ſie ſperren den Vater wohl gar auf einen Tag oder zwei in's Hundeloch ein, wie ſie ge⸗ broht haben, als ſie uns ſchon einmal in ſolcher Hütte

ñ