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Die Sonne bringt es an den Tag : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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hört ihn nicht einmal athmen. Ob ich ihn wecke? Nein! Befohlen hat er mir's nicht, und drum wird er mich auch nicht ſchelten, wenn ich mich erſt noch eine Weile an dem ſchönen Morgen erfreue!

Der Knabe lehnte ſich auf ſeinen Sitz zurüͤck, ſtützte den Kopf bequem gegen die Seitenwand der Hütte, blinzelte mit halb geſchloſſenen Augen in die duftige, morgenfriſche Welt hinein, und ſchien auf den Geſang der kleinen Vögel zu lauſchen, der hundertſtimmig von den Zweigen rings um ihn her erſchallte.

Wie er da ſo halb lag, halb ſaß, von den Strahlen der lieben Morgenſonne beſchienen, konnte man ihn recht genau betrachten und in Augenſchein nehmen. Nach ſeiner Größe zu ſchließen, mochte er neun oder zehn Jahre alt ſein. Sein Geſicht war entſchieden hübſch, wenn auch von Wind und Wetter ein wenig gebräunt. Eine freie, offene Stirn, glänzende blaue Augen, eine gerade Naſe, und ein kleiner Mund mit rothen friſchen Lippen und glänzend weißen Zähnen bildeten ein wohl⸗ gefälliges Ganzes, das noch anſprechender wurde durch eine harmloſe Gutmüthigkeit, die ſich in allen ſeinen Zügen, und beſonders in dem freundlichen Lächeln ſeines Mundes ausprägte. Seine Kleidung übrigens war ziemlich zerlumpt und paßte nicht recht zu ſeinem Kör⸗ per. Die Beinkleider waren viel zu kurz, die Jacke dagegen viel zu weit und ſchlotterte ihm nur ſo um den Leib. Schuhe und Stiefel trug er gar nicht, auch keine Strümpfe, und man ſah's den kleinen Füßen auf den erſten Blick an, daß ſie ſchon längſt gewohnt waren, barfuß über die Welt hin zu laufen. Auch eine Kopf⸗ bedeckung hatte er nicht, und das Hemd aus grober Leinwand, das er trug, zeigte ſehr in's Auge fallende