21 hinauf zu Herrn Redlich, und bis neun Uhr lernen, und darauf muß ich zu Bett.“ 1g
„Ei, du närriſcher Kerl, warum legſt du dich denn ſo früh zur Ruhe?« fragte Anton.„Kannſt du denn nicht heimlich aus dem Fenſter ſteigen? wenn du um neun Uhr kommſt, ſo triffſt du gerade zur rechten Zeit ein, denn da geht das Leben erſt ordentlich an. Wahrhaftig, Robert, du ſollſt den Spaß einmal mitmachen? Willſt du? Gerade jetzt, wo dein Alter fort iſt, haſt du die beſte Gelegenheit dazu.“
„Nun ja, ich will's verſuchen, hole mich heute Abend um ſieben Uhr ab,« erwiederte Robert, der einer ſo günſtigen Gelegenheit, Bekanntſchaften an⸗ zuknüpfen und einen vergnügten Abend zu verbringen, bei ſeinem Leichtſinne nicht widerſtehen konnte. Er war klug genug, ſeinen Verführer zu durchſchauen und vollkommen genau zu wiſſen, daß man ihn zu etwas Strafwürdigem verlockte; aber er beruhigte ſich ſelbſt mit dem Gedanken, daß er ja jederzeit den Umgang mit Anton wieder würde meiden kön⸗ nen, und daß er nur ein einziges, oder höchſtens ein paar Mal die Geſellſchaft beſuchen wolle.
„Wenn Herr Redlich wieder zurück iſt, ſo hört es ja von ſelbſt wieder auf,“ dachte er,„und einige
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