10
aufgelöst ſchien, empfing eine harte körperliche Züch⸗ tigung, und wurde mehrere Tage einſam in ein ent⸗ legenes Gemach geſperrt, wo er bei Waſſer und
Brod über ſeine laſterhafte Aufführung nachdenken konnte..
Mittlerweile überlegten die Eltern, was mit dem Knaben zu beginnen ſei. Die Mutter wünſchte, Ro⸗ bert ſollte die Schule fernerhin beſuchen, um ſich ſpäterhin dem Studium einer Brodwiſſenſchaft zu widmen; der Vater aber zeigte ſich nicht geneigt, dieſem Wunſche ſeiner Gattin nachzugeben.
»Wenn der Burſche hier bleibt, ſo wird er ſehr bald wieder auf dem Pfade der Sünde wandeln,« ſagte er,„und alle unſere Vorſicht wird nicht hinrei⸗
chen, ihn gegen den Einfluß ſeiner leichtſinnigen
Schulkameraden zu bewahren. Ich ſtimme dafür, ihn mein Geſchäft erlernen zu laſſen und will ihn zu Herrn Redlich, meinem guten Freunde in Dresden, in die Lehre thun. Herr Redlich iſt ein braver, rechtlicher und ſtreng ſittlicher Mann, und wird jederzeit ein wach⸗
ſames Auge auf Robert haben. Wenn Einer noch den verderbten Knaben zu einem ordentlichen Men⸗ ſchen machen kann, ſo iſt er es.«
Obgleich die Mutter, die den Knaben allzu zaͤrt⸗ lich liebte, ſich nur ungern und mit Widerſtreben
„,—


