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Der Silbergroschen : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Sechstes Kapitel.

Was ein Hilbergroſchen für Zinſen tragen kann.

Die Zeit des Sturmes und Dranges war vorüber; die Schuldigen hatten ihre Strafe, die Getreuen ihren Lohn empfangen, und Friede und Ruhe herrſchten wieder im Vaterlande, zur Freude aller redlichen Menſchen. Die Fabrik des Herrn Haller beſchäftigte und ernährte wieder Hunderte von fleißigen Arbeitern. Herr Haller kümmerte ſich aber jetzt gar nicht mehr um ſeine Geſchäft; ſondern hatte die Leitung derſel⸗ ben ganz unumſchränkt in ſeines getreuen Benjamin Hände gelegt, den er zum Compagnon angenommen, 88 als ſeinen Sohn und Erben feierlichſt adoptirt

atte. Benjamin war nun ein reicher Mann; aber trotz⸗ dem bewahrte er noch immer den Silbergroſchen, den

ihm einſt das kleine Fräulein Thereſe von Eggenberg

geſchenkt hatte. Nach wie vor trug er ihn an einem Schnürchen auf ſeinem Herzen, und gedachte oft mit feierlicher Rührung der Güte und Freundlichkeit, we das kleine Mädchen ihm vor Jahren erwieſen atte. Wieder geſehen hatte er ſie ſeit dem erſten Begeg⸗ nen nicht mehr, wohl aber gehört, daß ihr Vater ge⸗ ſtorben wäre, und daß ihr Bruder ein ſehr leichſin⸗ niges und verſchwenderiſches Leben im Ausland führe.