87
ſchwunden, die ihre eilige Flucht begünſtigte, ſo daß nur wenige Gefangene gemacht werden konnten. Benjamin hatte ſich mittlerweile vollſtändig gefaßt, und forderte ſeine Leute auf, mit ihm nach dem Ma⸗ gazine zu eilen und wo möglich das Feuer zu löſchen. Sie warfen freudig ihre Gewehre weg, und griffen nach Waſſereimern. Schon nach wenigen Minuten war der Brand, der zum Glück noch nicht weit um ſich gegriffen hatte, wieder erſtickt, und nun endlich konnte Benjamin ſeinem Herzen folgen, das ihn zu ſeinen Wohlthätern hinzog. Er fand ſeine Pflege⸗ ältern friſch und geſund, und, zu ſeiner nicht geringen Ueberraſchung, an ihrer Seite den Oberſten, den er wenige Stunden vorher vergeblich um Schutz angefleht hatte. Herr Haller umarmte Benjamin, die Mutter küßte ihn, und der Oberſt ſchüttelte ihm die Hand. „Das iſt er! Das iſt der brave junge Mann, deſſen wackeres Benehmen ihm meine höchſte Achtung gewonnen hat,“ ſagte der Oberſt.„Bedanken Sie ſich bei ihm, Herr Haller! Sein ganzes Auftreten bei mir hatte einen ſolchen Eindruck auf mich gemacht, daß — ich beſchloß, ihn auf keine Weiſe im Stich zu laſſen. Auf die Gefahr hin, von meinem General eine tüch⸗ tige Naſe zu bekommen, ließ ich ſofort nach ſeinem Davonreiten Allarm trommeln, und ſetzte mich mit einem Bataillon meines Regimentes in Marſch. Unter⸗ wegs begegnete uns Ihr Bote, und nun beſchleunig⸗ ten wir unſere Schritte dermaßen, daß wir, dem Him⸗ mel ſei Dank dafür, noch im rechten Augenblicke hier anlangten. Sie haben ſich tapfer gewehrt, junger Mann, aber ich fürchte, Sie hätten ſich nicht lange mehr halten können gegen die Schurken.”n


