was ich habe, ſonſt würde ich dir von Herzen gern mehr geben. Aber warte noch einen Augenblick! mein Vesperbrod ſollſt du auch noch bekommen! Zum Glück hab ich's noch nicht angerührt, weil mich nicht hun⸗ gerte. Warte nur einen Augenblick!“
Leichtfüßig, wie eine Gazelle, ſchlüpfte ſie in das Schloß hinein, und kehrte nach kaum einer Minute eben ſo eilig zurück, indem ſie mit froher Miene ein großes Butterbrod und ein paar rothwangige Aepfel hoch in den Händen ſchwenkte.
„Nimm! nimm!“ ſagte ſie haſtig. Mein Bruder Hans wird gleich wieder kommen, und wenn er ſieht, daß du noch da biſt, fängt er gewiß von Neuem Streit mit dir an. Darum laufe fort, ſo ſchnell du kannſt.“
„Nicht eher, als bis ich mich bei Ihnen bedankt habe, liebes, kleines, gnädiges Fräulein,“ erwiederte Benjamin.„Sie ſind ſo gut, daß ich Sie nie ver⸗ geſſen, und alle Tage zu dem lieben Gott für Sie beten werde! Den Silbergroſchen aber, den will ich zum ewigen Andenken an Sie aufbewahren, und ihn allezeit an einer Schnur auf dem Herzen tragen!“
„Möge er dir Segen bringen,“ verſetzte gütig das kleine Fräulein.„Jetzt aber fort! Ich höre ſchon die Hunde meines Bruders von weitem bellen!“.
„Nun denn, noch einmal tauſend, tauſend Dank für Ihre Güte, Sie herziges Fräulein!“ erwiederte
Benjamin.„Gott behüte und bewahre Sie allezeit!“
Einen raſchen Kuß drückte er noch auf die ihm freundlich zugereichte Hand des kleinen Mädchens, warf ihr noch einen Blick voll heißer Dankbarkeit zu, und flog dann in ſchnellem Laufe nach der Eingangspforte
4 8


