Druckschrift 
Der Silbergroschen : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
Einzelbild herunterladen

18

dem ſtattlichen Gebäude, als eine Nebenthür im Erd⸗ geſchoß deſſelben geöffnet wurde und ein Knabe in's Freie heraustrat, der ungefähr in gleichem Alter mit Benjamin ſtehen mochte. Ein paar große Hunde

folgten ihm auf dem Fuße. Der Knabe war ſehr

gut und reich gekleidet, und Benjamin zweifelte nicht daran, daß er den Sohn des Schloßherrn vor ſich habe. Eben ſchickte er ſich an, den Junker um ein Almoſen zu bitten, als in gleichem Augenblicke die Hunde ſeiner anſichtig wurden, und ſofort ein furcht⸗ bares Gebell erhoben. Der Junker ſah ſich um, und bemerkte nun Benjamin, der, von dem gräßlichen Ge⸗ heul eingeſchüchtert, keinen Schritt näher zu treten wagte.

Wer biſt du? rief ihm in herriſchem Tone der Junker zu, indem er ihn mit hochmüthiger und ge⸗ ringſchätziger Miene von oben bis unten betrachtete.

Ein armer Knabe, deſſen Vater krank und ſchwach darnieder liegt, ſo daß er durch Arbeit nichts verdienen kann, verſetzte Benjamin demüthig.Erbarmen Sie ſich meiner, junger Herr, und ſchenken ſie mir eine kleine Gabe!

Was, ein Bettelbube biſt du? ſchrie ihn der Junker an.Und du haſt dich unterſtanden, den Park zu betreten und hieher zu kommen? Schläge ſollſt du

haben, aber kein Almoſen!

Verzeihung, junger Herr, ſagte Benjamin de⸗ müthig;ich habe wahrhaftig nicht gewußt, daß man nicht durch den Park gehen darf, und da das Gatter⸗ Thor weit offen ſtand, ſo wagte ich es herein zu kom⸗ men. Es waren Leute in der Nähe, aber Niemaud wies mich zurück.