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Der Silbergroschen : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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ſondern auch handgreifliche Beweiſe für die Ausfüh⸗ rung derſelben beizubringen. Nie kehrte er von ſeinen Ausflügen mit leeren Händen heim. Heute brachte er eine tüchtige Hucke Holz mit, morgen eine Taſche voll wohlſchmeckender Pilze und Schwämme, aus denen er ſich mit ein wenig Salz und Schmalz eine köſtliche Abendmahlzeit bereitete; übermorgen ein paar Gro⸗ ſchen baares Geld, das er als Botenlohn für irgend einen beſorgten Auftrag empfangen zu haben vorgab.

Auf dieſe Weiſe merkte ſein Vater nie, daß Ben⸗ jamin aus Liebe zu ihm betteln ging, ſondern er freute ſich nur über des wackeren Sohnes unermüdliche Thä⸗ tigkeit, welche ſo erfolgreich die kleine Haushaltung unterſtützte. Wenn er freilich geahnt hätte, daß Ben⸗ jamin oft Stunden weit lief, um vor den Thüren reicher Leute ein Almoſen zu erbitten, ſo würde dies ihn bitter gekränkt und bekümmert haben. Benjamin aber wußte das wohl, und darum ging er äußerſt be⸗ hutſam und vorſichtig zu Werke. Er liebte ſeinen Vater, und hütete ſich deßhalb, ihm Betrübniß zu be⸗ reiten. 3

Etwa eine Stunde von der Fabrikſtadt entfernt,

in welcher Herr Haller wohnte, lag auf einem Hügel

ein ſchönes, ſtattliches Schloß, welches Benjamin ſchon mehrmals geſehen und mit Bewunderung angeſtaunt, aber noch nie ſich in die unmittelbare Nähe deſſelben gewagt hatte. Und doch mußten, dem äußeren An⸗ ſcheine nach zu ſchließen, ſehr reiche Leute in dem Schloſſe wohnen. Indeß, Benjamin empfand eine ge⸗ wiſſe Scheu, ſich dieſen reichen und gewiß auch vor⸗ nehmen Leuten aufzudrängen, weil eine unbeſtimmte Ahnung ihm ſagte, daß er gewiß ſehr unſanft von