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Einen Dienſt auswärts zu ſuchen, davon hielt ihn die Liebe zu ſeinem kranken Vater ab. Unmöglich konnte er ihn bei ſeinem kränklichen Zuſtande ganz allein und ohne jegliche Pflege laſſen, und ſo war er denn wohl ge⸗ zwungen, auf andere Mittel zu ſinnen, um dem völ⸗ ligen Nothſtande in der Hütte des Vaters vorzubeu⸗ gen, ehe er den letzten Thaler von dem großmüthi⸗ gen Geſchenke des Herrn Haller verausgabte.
Er entſchloß ſich kurz. Es blieb ihm abſolut nichts Anderes übrig, als wieder, wie vor ein paar Mona⸗ ten, zum Bettelſtabe zu greifen, und ſo nahm er die⸗ ſen denn ohne falſche Scham von Neuem zur Hand. Dem Vater verheimlichte er es aber, um ihn nicht unnöthiger Weiſe aufzuregen. Allerdings wohl mußte es dem Kranken auffallen, daß ihn Benjamin häufig Stunden lang, ja manche Nachmittage hindurch bis ſpät Abends allein ließ; aber Benjamin war klug ge⸗ nug, ſeine Abweſenheit zu bemänteln und allerlei trif⸗ tige Ausflüchte und Vorwände zu finden. Heute mußte er Reiſig und Tannenzapfen im Walde zuſam⸗ men leſen, damit man für den Winter mit dem noth⸗ wendigen Heizungs⸗Material verſorgt war; morgen mußte er Pilze auf den Triften ſuchen, um dafür eini⸗ ges Geld in der nächſten Stadt zu löſen; übermorgen gab es einen Brief oder ſonſt Etwas für einen Nach⸗ bar zu beſorgen; kurz, jeden Tag hatte er angeblich irgend eine Beſchäftigung, die ſeine Abweſenheit ent⸗
ſchuldigte.
Auf dieſe Weiſe wurde es ihm nicht ſchwer, in der beſten Meinung ſeinen Vater zu täuſchen und jede
eſorgniß und Unruhe von ihm fern zu halten. Auch war er klug genug, ur Vorwände zu erſinnen,


