gehen laſſen.“
ehen, und beugte darum ſein Haupt in Demuth unter das ſchwere Joch, das eine höhere Hand ihm auf Nacken gelegt hatte.
„Sei es denn,“ ſprach er nach einem langen Kampfe mit ſich ſelbſt, indem er ſegnend ſeine abgezehrte Rechte auf das lockige Haupt des Knaben legte.„Gott will es, daß ich den Stolz meiner Seele unter die Füße trete, denn unter unſeren jetzigen Verhältniſſen würde es nichts weiter ſein, als Trotz und Hartnäckigkeit. Hinweg alſo mit ihm, und werden wir Bettler, da wir nicht länger fleißige Arbeiter ſein können. Ziehe hin, mein Benjamin, und Gott ſei mit dir auf dei⸗ nen ſchweren Wegen, und rühre die Herzen der Men⸗ ſchen, deren Mildthätigkeit du anfleheſt!“
„Ich danke dir, Vater, für deine Einwilligung und deinen Segen,“ antwortete der Knabe.„Nun iſt uns geholfen, wenigſtens für die erſte Zeit. Ich weiß, wo mir aufgethan wird, wenn ich anklopfe.“
„Wo, mein Sohn? Ach, wenn du dich nur nicht einer Täuſchung hingiebſt! Die Herzen vieler Men⸗ ſchen ſind härter gehämmert, als Stahl und Eiſen! Ich kenne ſie beſſer als du, aus langer Erfahrung.“
„Ich täuſche mich nicht, Vater,“ verſetzte Benja⸗ min mit der größten Zuverſicht.„Herr Haller, der große Fabrikant in der Stadt, für den du ſchon ſo manche ſchöne Webe Leinwand verfertent haſt, wird mich nicht mit leeren Händen aus ſeinem Hauſe fort⸗
Augen verſchmachten zu
„Herr Haller, ja der iſt ein braver Mann mit einem Herzen von Gold,“ ſprach der Vater.„Er hilft gewiß gern, wenn er helfen kann! Aber auf ihm laſten die traurigen Zeitverhältniſſe eben ſo ſchwer,


