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ben hat, als du ſeit Jugend auf geweſen biſt. Da⸗ rum ſchäme ich mich jetzt, im Unglück, nicht im ge⸗ ringſten, mit dem Bettelſacke das Land zu durchziehen. Wohin ich komme, will ich den Leuten erzählen, auf welche Weiſe wir in's tiefſte Elend gerathen ſind; will ihnen erzählen, wie man ohne Rückſicht auf uns plötzlich die Quelle verſchüttet hat, aus welcher wir früher unſeren Lebens⸗Unterhalt zogen; will ihnen er⸗ zählen, daß meine arme Mutter bereits vor Hunger geſtorben iſt, und daß nun auch mein Vater, wegen Mangel an Nahrungsmitteln am Rande des Grabes ſteht. Und glaube mir, Vater, die Menſchen werden mich hören, ſie werden Mitleid mit uns fühlen, und mich nicht hart und unbarmherzig von ihrer Schwelle weiſen, wenigſtens die Meiſten nicht, denn nur We⸗ nige können ſo ſchlecht ſein, daß ſie keine Theilnahme
für unſer trauriges Loos empfinden ſollten. Da⸗
rum laß mich gehen, Vater! Noch iſt es Zeit,— heute noch,— morgen vielleicht könnte es zu ſpät ſein.“
Die Beredſamkeit des Knaben wirkte eindringlich auf ſeinen Vater, und ſie wurde ſo weſentlich durch die Umſtände unterſtützt, daß der ehrliche Weber Mit⸗ taſch ihr endlich nachgeben mußte. Freilich kam es ihm hart an, denn er hegte tief im Herzen den edel⸗ ſten Stolz, den es geben kann, den rechten Arbei⸗ ter⸗Stolz, der auf den eigenen Füßen ſteht, und
nichts verlangt und begehrt, als was er dem Fleiße ſeiner Hände und raſtloſer, unermüdlicher Anſtrengung
und Ausdauer verdankt. Aber die Liebe zu ſeinem wackeren Sohne beſiegte dieſen Stolz; er konnte es nicht über's Herz bringen, den Knaben vor ſeinen


