Stimme aus dem finſterſten Winkel der ärmlichen klei⸗ nen Stube.
Ein Seufzer war die einzige Antwort des Vaters, der die abgemagerten Hände, mit dem Ausdruck bit⸗ terſten Schmerzes in ſeinen hageren Zügen, auf ſein Herz preßte.
1 Ein Knabe ſtand aus dem Winkel auf, und ging langſam auf ſeinen Vater zu.
„So kann es nicht mehr fortgehen, Vater,“ ſagte er leiſe, aber mit einem ſeltſam feſten und beſtimm⸗ ten Tone, der bei einem Burſchen von kaum fünfzehn Jahren überraſchen mußte.„Wenn du mir nicht ge⸗ ſtatteſt, bei unſeren Nebenmenſchen Hülfe zu ſuchen, ſo werden wir Beide, wie meine arme Mutter, der ſchrecklichen Krankheit, den ſie Hunger⸗Typhus nennen, zum Opfer fallen. Darum laß mich gehen, Vater. Es iſt keine Schande, die Mildherzigkeit fremder Men⸗ ſchen anzuflehen, wenn man durch redliche Arbeit nicht mehr ſich ſelber helfen kann, und wenn Einem alle Mittel zu ehrlichem Verdienſt abgeſchnitten ſind. Wir ſind nicht ſchuld daran, Vater, daß wir unter der all⸗ gemeinen Arbeitsloſigkeit mit leiden und— hungern müſſen,— verhungern ſogar, ohne deine Einwilli⸗ gung, mich betteln gehen zu laſſen!“
4„Betteln! Es iſt ein ſchrecklicher Gedanke für mich, betteln zu müſſen!“ ſeufzte der Vater. Drei⸗ ßig Jahre lang habe ich fleißig gearbeitet, um uns ehrbar durch die Welt zu bringen! Und nun betteln! Welche Schande!“ „Nicht Schande, Vater, ſage lieber, welches Un⸗ glück!“ erwiederte der Knabe.„Wer dich kennt, der weiß, daß es nie einen fleißigeren Arbeite
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