Das war nun ſchon ein großes Unglück für die armen Schleſiſchen Weber, aber ein noch größeres V1 Unglück ſollte ſich gleich zu dem großen geſellen, denn, wie das Sprichwort ſagt: Ein Unglück kommt ja niemals allein; es muß noch ein ſchlimmeres da⸗ bei ſein.
Je weniger die armen Weber zu verdienen Ge⸗ legenheit hatten, deſto höher ſtiegen die Preiſe für die gewöhnlichſten und nothwendigſten Lebens⸗Bedürf⸗ aiiſſſe. Ein naſſes Jahr hatte eine ſchlechte Aerndte gebracht, und der Preis für das liebe Brod ſchlug täglich mehr auf, bis zu einer ſeit langer Zeit uner⸗ hörten Höhe..
Geringer Verdienſt aber und theures Brod,— das ſind Dinge, die nur ſchlecht zu einander paſſen. Und dennoch, wenn man ſie nicht ändern kann, ſo müſſen ſie eben ertragen werden, ſo gut es gehen will.
Oder vielmehr, ſo ſchlecht es gehen will.
Denn gut wenigſtens erging es dem armen We⸗ ber Mittaſch nicht.
Da ſaß er eines Tages, den Kopf in die Hand geſtützt, betrübt und traurig anf ſeinem Holzſchemel, und blickte auf den Webſtuhl, der nun ſeit Wochen ſchon ſein fröhliches Geklapper nicht wie ſonſt hatte hören laſſen. Das Weber⸗Schifflein flog nicht mehr luſtig hin und wieder, wie der Pendel an einer Uhr; — es ruhete,— ruhete traurig und beſtäubt auf dem Sims,— und Gott allein konnte wiſſen, wenn es ieder ſeine gewöhnlichen Dienſte würde leiſten müſſen. Mich hungert, Vater!“ ſagte da eine ſchwache
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