„denn das brave Bürſchel hat es wohl verdient. Weiß Gott, meinen eigenen Guſtel kann ich nicht lieber ha⸗ ben, wie ihn, und mein Katherl ſogar hat ihn ganz in's Herz eingeſchloſſen.“
„Ach ja, brav iſt er, der Alli,“ ſagte die alte Chri⸗ ſtine mit einem neuen Seufzer,—„nur hätt' er nicht ſo weit hinaus in die Welt fortlaufen muſſen!“
„Hat er's doch aus Liebe gethan,“ ſprach Pfarrer Robin mit ſanfter Rührung;— vaus Liebe zu mir, um mir zu helfen, mir eine Laſt zu erleichtern! Und du biſt ja ſelbſt ſchuld daran, Chriſtine, daß er fort iſt! Warum haſt du ihm verrathen, daß ich nicht ſein rech⸗ ter Vater bin? Hätte er das nicht erfahren, ſo wäre er heute noch bei uns.“
„Ach Gott, ich that's ja nicht aus böſem Willem, Herr Pfarrer,“ erwiederte Chriſtine.»Sie wiſſen es wohl! Ich hatte mich nur verſchnappt, und da ließ er mir denn keine Ruhe mehr, bis ich Alles geſagt hatte. Und wer weiß, Herr Pfarrer, ob's nicht am Ende doch gut iſt? Wenn er ſeinen Vater nun wirklich wieder⸗ fände? Nicht wahr, dann hätte zuletzt die alte Chri⸗ ſtine doch recht gethan!“
„Ja, ja, wenn auch wider Willen, Jungfer Chri⸗ ſtine,“ ſagte Pepperle mit ſchalkhaftem Lächeln.„Indeß, warum grämen und kümmern und ſorgen wir uns um den Alli? Er iſt überall in Gottes Hut, und wie ihn die Liebe davon getrieben hat, ſo wird ihn die Liebe auch wieder heimbringen. Horchet nur, Jungfer Chri⸗ ſtine, da kommt er wohl gar ſchon, wenigſtens bläst ein Poſtillon gar luſtig in ſein Horn! Horchet nur,
horchet!“


