gen, der Doktor, als Alli in einem ſo ſchönen Wagen mit ſo vornehm gekleideten Leuten ankam.
„Beim Himmel,“ rief er,„ich glaubte dich ſchon weit auf offener See, und ſtatt deſſen..“
„Habe ich meinen Vater ſchon hier gefunden,“ fiel ihm Alli in's Wort.„Hier iſt er, der Oberſt Brander!“
Die beiden Männer begrüßten ſich herzlich, und Doktor Jünken zeigte ſich nach einigem Bedenken bereit, die Reiſe nach Thüringen mitzumachen. Die Abreiſe wurde, da der Oberſt drängte, gleich auf den folgenden Morgen feſtgeſetzt, und der Doktor verſprach, ſich pünkt⸗ lich bereit zu halten, um ſo mehr, da ſchon deßhalb Eile vonnöthen ſei, weil Pfarrer Robin die hundert Thaler Alli's ſonſt vor ihrer Ankunft bekommen und wohl gar abreiſen könne, ehe man bei ihm einträfe. Dieß war alſo abgemacht, und man trennte ſich wie⸗ der, um ohne Zögern die nöthigen Vorbereitungen zur Reiſe zu treffen.
Verlaſſen wir jetzt für eine kurze Zeit unſeren Alli und ſeinen glücklichen Vater, um ihnen in das kleine Dörſchen Wildenſtein vorauszueilen.
Es war drei Tage ſpäter. Die Sonne ſtand hoch am Himmel, und lockte mit ihren warmen Strahlen das junge Grün aus den Birken und Buchen, und die bunten duftigen Frühlingskinder, die Veilchen und Mai⸗ glöckchen, aus der ſchwarzen Erde. Die Amſel ſchlug im nahen Walde, die Lerchen wirbelten in den Lüften, und der muntere Fink ſchmetterte vom Apfelbaum ſein frohes Lied. Pfarrer Robin, die erblindeten Augen mit einem ſchwarzen Tuche verhüllt, ſaß auf der Bank in dem kleinen Garten hinter dem Pfarrhauſe, athmete


