wollen? Ach, Herr Pfarrer, bedenken Sie doch wohl, was Sie thun!«
„Du willſt alſo, Chriſtine, ich ſoll das arme Kind, die hülfloſe, verlaſſene Waiſe auf die Straße hinaus⸗ ſtoßen, um damit ich ſelber an meinem Wohlleben nichts einbüße?« entgegnete der Pfarrer Robin.„Nicht doch, Chriſtine! das kann unmöglich dein Ernſt ſein!«
»Behüte Gott, Herr Pfarrer! Ach, behüte Gott!« entgegnete die alte, treue Magd in vollem Eifer. „Wohlleben! Ach, wer ſpricht denn von Wohlleben? Sie, und Wohlleben, wo Sie ſich doch den Biſſen vom Munde abſparen, um ihn den Armen zu reichen! So mein' ich's ja nicht, Herr Pfarrer! Ich meine nur, wenn Sie irgend einen Nachweis finden bei der armen Frau, vielleicht den Namen von Verwandten oder ſo etwas, daß Sie dann lieber das Kind in deren Hände geben möchten, anſtatt es ſelber zu behalten! Sie wiſ⸗ ſen ja doch, wie knapp es manchmal bei uns zugeht! Sie wiſſen's ja!«
»Wohlan denn, ſehen wir nach!« erwiederte der Pfarrer.„Durchſuche du die arme Frau, Chriſtine, und wenn du etwwas findeſt, ſo bringe mir's auf mein Studierzimmer.“
»Ja, das will ich, gehen Sie ganz ohne Sorge, Herr Pfarrer,“ ſagte die alte Magd.„Und nach dem Kleinen will ich auch ſehen. Ja doch, ja doch! Wenn wir ihn behalten müſſen, dann ſoll's ja auch an der alten Chriſtine nicht fehlen! Nur, wenn's nicht noͤthig wäre, Herr Pfarrer! So mein' ich's!«
Pfarrer Robin kannte ſie ſchon, ſeine alte, treue Chriſtine, die bereits ſeinen Aeltern gedient und ihn von Kindesbeinen an auf den Armen getragen hatte. Er


