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ſich genommen, und nur die lebloſe Hülle war zurück⸗ geblieben. Er mußte von ſeinem Werke der Liebe ab⸗ ſtehen, und deckte ſeufzend ein weißes Tuch über die ruhig ſchlummernden, irdiſchen Ueberreſte der armen
„Was nun, Chriſtine?“ ſagte er zu ſeiner alten Magd, die ihm geſchäftig zur Hand gegangen war.
Die Alte zuckte die Achſeln.„Da iſt keine Hoff⸗ nung weiter, Herr Pfarrer,“ entgegnete ſie.„Sehen Sie nach, ob die arme Frau vielleicht Schriften und Papiere bei ſich führt, aus denen man ihre Herkunft erſehen und vielleicht Auskunft bekommen kann über etwaige Anverwandte des Kindes. Das arme Würm⸗ chen dauert mich! Was ſoll aus ihm werden, wenn Sie keine Angehörigen ausfindig machen, denen man es übergeben kann?“
„Oh, was das Kind anbetrifft, ſo mache dir keine Sorgen, Chriſtine,“ erwiederte Pfarrer Robin.„Ich behalte es bei mir! Das habe ich der armen, ſterben⸗ den Mutter verſprochen, und würde es thun, auch wenn ich es nicht verſprochen hätte. Das arme Kind! Gott ſelber hat es in mein Haus geführt, und es ſoll nicht daraus verſtoßen werden. Nein, o nein! Ich würde mich der Sünde fürchten!“
Die alte Chriſtine ſchüttelte den Kopf.„Ach, lieber Herr Pfarrer, haben Sie auch wohl daran gedacht, was
eine ſchwere Laſt Sie ſich mit dem Kinde aufbür⸗ wen?“ ſagte ſie.„Es geht ohnehin ſchon knapp her mit den dreihundert Thalern Gehalt, wovon die Hälfte noch obendrein immer in die Hütten der Schwachen, der Kranken und Greiſe wandert! Wie ſoll das wer⸗ den, wenn Sie auch noch für ein fremdes Kind ſorgen


