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Sie ſich meines armen Kindes annehmen, wenn— wenn— ich ſelbſt nicht mehr im Stande bin...“
„Ja, ja doch, ich verſpreche es Euch, gute Frau,“ erwiederte er.„Aber warum denn das Schlimmſte fürchten? Gott wird Euch ſchon Kraft und Geſundheit wiedergeben! Verzweifelt nicht, gute Frau! Hoffet und betet, und Alles wird wieder gut werden und gut ge⸗ hen. Aber laßt mich jetzt! Die Nacht iſt da, und wir dürfen nicht ſäumen, Euch und dem kleinen Knaben ein ſchirmendes Obdach zu verſchaffen. In ſpäteſtens einer Stunde bin ich zurück, alſo harret getroſt aus!“
„Ja, ich will ausharren, und zu Gott beten, auch für Sie, meinen Wohlthäter, der Sie wie ein Engel des Himmels zum Troſte meiner verzweifelten Seele gekommen ſind!“ erwiederte die Frau.„Gottes Segen und Seine Gnade ruhe auf Ihrem Haupte!“
Der junge Mann riß ſich los, ermahnte noch ein⸗ mal mit liebevollen Worten zu Hoffnung und Geduld, und eilte mit beflügelten Schritten davon. Noch war keine halbe Stunde vergangen, ſo hatte er das Dorf erreicht und trat in eines der nächſtgelegenen Häuſer hinein. Er mußte hier ſchon bekannt ſein, denn ob⸗ gleich kein Licht auf dem Hausflur brannte, fand er ſich doch mit Leichtigkeit zurecht, und öffnete eine Thür, aus welcher ihm heller Lampenſchimmer entgegenquoll.
„Martens,“ ſagte er im Hereintreten,„Ihr müßt
mir den Gefallen thun, augenblicklich einen Wagen an⸗
zuſpannen und mir einen Knecht nach dem Walde mit hinauszugeben. Eine arme, unglückliche Frau liegt dort mit ihrem Kinde ſterbenskrank auf der feuchten Erde, und muß ſo ſchnell wie möglich herein geſchafft werden, zu mir, in mein Haus natürlich!«


