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Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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ſeid! Alſo beruhigt Euch, gute Frau! Kommt, ſteht auf, ſtützt Euch auf meinen Arm, verſucht es, zu ge⸗ hen verſucht es, ich bitte Euch!«

Ach ja, ſie verſuchte es, die arme, kranke, bis auf den Tod erſchöpfte Frau, aber ihre Kräfte waren bis auf's Aeußerſte aufgezehrt; kaum aufgerichtet, brach ſie wieder zuſammen, und ihre ſchwachen, zitternden Füße verſagten ihr den Dienſt.

»Es geht nicht, geht nicht!« ächzte ſte, und lehnte ſich wieder halb ohnmächtig gegen den rauhen Stamm der Eiche.Dank für Ihre Güte, lieber Herr, aber Sie ſehen es wohl, ich kann, kann nicht weiter!

»Ja, ich ſehe es, ſehe es freilich,« erwiederte er und ſtand rathlos vor der Unglücklichen.Aber was iſt da zu thun? Wißt Ihr, gute Frau, ich will nach dem Dorfe eilen und einen Wagen herbeiſchaffen! Wenn Ihr wollt, nehm' ich Euer Kind auf meinen Armen mit.«

»Nein, nein, oh nein! rief ſie matt, und preßte den Kleinen an ihr Herz.Nein, ich kann mich nicht von ihm trennen! Ich müßte ſterben, wenn er nicht bei mir wäre. Laſſen Sie ihn mir, ich bitte Sie!«

»Ja doch, ja doch, gute Frau, ich will Euch ja das Kind nicht rauben!« erwiederte der junge Mann beruhigend.Wartet denn nur eine kurze Weile noch, und entfernt Euch nicht von dieſer Stelle. Ehe eine Stunde vergeht, komm' ich mit einem Wagen zurück.«

»Haben Sie Dank, Dank aus Herzensgrunde!« ſtammelte die arme Frau und preßte ihre bebenden Lippen auf die Hand des barmherzigen Samariters. Und hören Sie noch die letzte, flehende Bitte aus dem Munde einer ſterbenden Mutter! Wollen, ach, wollen