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Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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mit Koth beſpritzt, gebrochenen Leibes und gebrochenen Herzens, hülflos auf der offenen Landſtraße liegen. Der Abend dunkelte allmälig herein. Die Sonne vergoldete nicht einmal mehr die höchſten Spitzen der Berge, nicht mehr die höchſten Wipfel der uralten Eichen und Buchen. Kein Wanderer kam mehr des Weges. Die Purpurgluth des Abendhimmels ſtarb in eine kalte, graue Färbung dahin. Im Grunde des

Thales ſtiegen weiße Nebeldünſte auf und lagerten ſich

wie ein Schleier uüber die feuchten Wieſenflächen. Alles Geräuſch im Walde verſtummte, nur einzelne Raben flogen noch krächzend über das Thal und ſuchten ihr Neſt auf. Fledermäuſe flatterten durch die Luft, und mit leiſem, weichem Flügelſchlage ſtrich die Eule am Saume des Waldes hin. Einzelne Sterne blinkten ſchon mit ſchwachem Scheine durch die immer dichteren Schatten der Dämmerung, der Mond zeigte ſein Sil⸗ berhorn in bleichem Lichte über der Bergkuppe und noch immer lag die arme, kranke Frau regungslos auf dem feuchten Waldpfade ausgeſtreckt, und Niemand, Niemand war gekommen, der einen theilnehmenden Blick auf ſie geworfen, der eine mitleidige Hand nach ihr ausgeſtreckt hätte.

Endlich ſchien Gott ihr Huͤlfe zu ſenden. Raſche, kräftige Fußtritte ertönten durch die ſtille Dunkelheit der anbrechenden Nacht, und wenige Augenblicke nach⸗ her konnte man die Umriſſe einer ſchlanken, jugendlichen Männergeſtalt ſehen, welche ſich ſchnell dem Orte nä⸗ herte, wo die arme Frau auf der Erde lag. Aber der verſpätete Wanderer ſah ſie entweder nicht, oder er hielt ſte nicht für ein hülfsbedürftiges menſchliches Weſen, denn er ging an ihr voruͤber, und war wohl ſchon