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kalt und theilnahmlos ſchritten ſie vorüber, und Nie⸗ mand fragte:„Armes Weib, was fehlt dir, und kann ich dir helfen oder dir Beiſtand leiſten?« Sie gingen vorüber, und mit kummervollem Blicke ſchaute die Frau ihnen nach, und bittere, bittere Gefüͤhle mochten es ſein, welche die kalte Gleichgültigkeit der fremden Leute in ihrem Herzen erregte.
Weiter ging ſie, weiter wankte ſie und ſchleppte ſich fort, bis endlich, endlich ihre Kräfte verſagten. Ihre zitternden Füße trugen ſie nicht mihr, erſchöpft tau⸗ melte ſie zur Seite, und ſank am Stamme einer alten Eiche nieder, welche ihre knorrigen Aeſte weit über den ſchmalen Weg hinweg erſtreckte. Hier, dicht am Rande des Weges blieb ſie liegen, nahm das ſchlummernde Kind vom Rücken auf ihren Schooß, beugte ihr blaſ⸗ ſes, gramvolles Antlitz über ſein eben ſo bleiches, eben ſo erſchöpftes Geſichtchen, und bethaute es mit ihren Thränen, die heiß und ſchwer aus ihren Augen nie⸗ dertropften.
»Armes, armes Kind,“ ächzte ſie,„was ſoll aus dir werden, wenn Gott auch mich noch von deiner Seite nimmt? Oh, dir und mir, uns Beiden wäre beſ⸗ ſer, wir lägen im Grabe und die kühle Erde deckte alle unſere Schmerzen und Leiden zu!«
Jetzt wachte das Kind auf, rieb ſich die Augen mit den kleinen Händchen, verzog den Mund zum Weinen und wimmerte laut.„Mich hungert!“ ſagte es ſchmerz⸗ lich.„Ach, mich hungert und dürſtet ſo ſehr!«
»Armes, armes Kind!« jammerte die Frau und rang die abgezehrten, mageren Hände.»Dich hungert, und ich habe nicht einen Biſſen Brod, deinen Hunger zu ſtillen! Aber warte, warte, mein liehes kleines


