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Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Engelchen! Trinken ſollſt du, trinken vom kühlen Berg⸗

waſſer, das erquickt dich wohl für den Augenblick! Und nachher es werden ja noch Leute kommen ich will betteln, will ſie anflehen und ihr Herz zu rühren ſuchen habe nur Geduld, nur kurze Zeit noch Ge⸗ duld, mein armes, armes Kind!«

Und den Kleinen ſorgſam auf das Tuch niederle⸗ gend, das ſie über weiches Moos gebreitet hatte, ſtand ſie mühſam auf. Kaum zwanzig Schritte von der Eiche entfernt rieſelte eine Quelle klaren Waſſers. Dorthin ging ſie, füllte einen alten, kleinen Becher von Blech aus dem kryſtallhellen, rieſelnden Bache, kehrte zurück

und ſetzte ihn an die brennenden Lippen des Kindes.

Gierig ſchlürfte der Knabe das friſche Waſſer ein, und noch einmal, und wieder mußte die Frau zur Quelle ge⸗ hen, bis es endlich geſättigt war, das arme, dürſtende Kind. Es weinte nicht mehr, ſondern lächelte aus hel⸗ len Augen ſeine ſorgſame Pflegerin an, und war nach wenigen Minuten wieder eingeſchlummert.

Die Frau aber wachte, wachte mit brennenden Augen und fieberiſch jagenden Pulſen, den thränenvol⸗ len Blick auf das ſchlafende Kind geheftet, indem ſie halblaute Worte, ohne ſich deſſen bewußt zu ſein, vor ſich hin murmelte.Unglückliches Kind! Verlaſſen! Im Walde! Und deine letzte Stütze ſterbend! ſterbend! ſter⸗ bend! Oh, mein Gott, erbarme dich unſer! Erbarme dich!«

Horch, da tönte Hufſchlag trabender Roſſe durch den Wald. Die Frau fuhr auf und lauſchte. Die Hufſchläge kamen näher laute, fröhliche, kräftige Stimmen erſchallten drei oder vier Reiter ritten auf ſchnaubenden Roſſen daher, Jagdtaſche und Büchſe über

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