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Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Ihr Geſicht war bleich, und trug in tiefen Furchen und Runzeln den Ausdruck ſchwerer Leiden, nagenden Grames und herzbrechenden Kummers zur Schau. Da⸗ zu zeigte jede ihrer matten, kraftloſen Bewegunn und ihr kurzer, fieberiſcher Athem, daß ſie bis auf's äußerſte erſchöpft ſein müſſe, und gleichwohl mußte die Arme noch ein Bündel auf ihrem gekrümmten Rücken tragen, und auf dem Bündel ſaß noch eine andere Laſt, ein Kind von drei oder vier Jahren, das durch ein grobes, unter der Bruſt ver Frau in einen Knoten verſchlun⸗ genes Leintuch auf ſeinem Sitze feſtgehalten wurde. Das Kind ſchlief, wahrſcheinlich ebenfalls von ſchwe⸗ rer Ermattung überwältigt, denn die kleinen nackten Beinchen und Füßchen, die unter dem groben Tuche hervorſahen, zeigten deutliche Spuren, daß es nicht min⸗ der wie die Frau auf rauhen und beſchwerlichen We⸗ gen gegangen ſein mußte. Die Frau hatte es wohl 3 erſt auf ihren Rücken genommen, als es ſich auf keine Weiſe mehr weiter zu ſchleppen vermocht hatte. Der ſchmale, tief ausgefahrene Weg, welcher ſich zwiſchen hohen bewaldeten Bergen hinſchlängelte, ſchien zu einem bewohnten Orte zu führen, denn die arme Frau, welche ſich nur ſehr langſam weiter ſchleppen konnte, wurde von mehreren einzelnen Wanderern ein⸗ geholt, welche die gleiche Richtung mit ihr verfolgten. Es mochten Holzfäller ſein, welche tief im Walde ihr Tagewerk verrichtet hatten, und nun mit dem ſinkenden Tage, die blinkende Art auf der Schulter, in ihre hei⸗ mathliche Hütte zurückkehrten. Keiner von ihnen ach⸗ tete der armen, ſchwachen Frau. Stumm gingen ſie an ihr vorbei, kaum einen Blick des Mitleids auf ſie wer⸗ fend, kaum einen kurzen Gruß ihr zurufend. Fremd,

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