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fuhr Paul fort.„Es muß wohl etwas Wichtiges ſein, da du ſo feierlich zu Werke gehſt!«
»Ja, etwas Wichtiges, aber auch recht etwas Freu⸗
diges!“ ſprach Saldern.„Nimm hin, Paul! Es iſt
die Ehre, die Freiheit deines Vaters— die Vernich⸗
. tung ſeines Verfolgers. Ich aber, Ihr Lieben— ich . bin nicht der Graf von Saldern, ſondern Friedrich,
Kronprinz von.... Euer Freund! Halt da! Ver⸗
geßt nicht, was Ihr mir eben verſprochen habt—
unerſchütterliche Freundſchaft trotz Rang und Stand
und Welt und Menſchen! Wahrlich, nicht für ein 2
Königreich möchte ich dieſen Schatz miſſen!«
Paul und Erich waren ſprachlos vor Ueberraſchung
und Staunen. Paul faßte ſich zuerſt. Der Gedanke*
an den geliebten Vater rüttelte ihn auf. Er öffnete das Packet, welches Prinz Friedrich ihm gegeben hatte. Verſchiedene Briefe und Dokumente fielen ihm in die Hände. Er jauchzte laut auf— die Briefe waren von dem Verderber ſeines Vaters geſchrieben, und ent⸗ hielten die ſonnenklaren Beweiſe des verübten Betru⸗ ges— die Dokumente aber waren die Abſchriften von denen, deren Verſchwinden den edeln Präſidenten in's Unglück geſtürzt hatten. Die ganze ſchmachvolle Tücke 8 und Verrätherei des Geheimeraths Selbitz lag offen zu Tage— ſo offen, wie die völlige Schuldloſigkeit des Präſidenten. 4 „Großer, barmherziger Gott, welch' ein Glück! Welch' ein Segen!« rief Paul aus und ſtürzte dem 8 Prinzen um den Hals.„Wie haſt du das bewirkt, treuer, edler, hochherziger Freund?“ »Nichts war leichter, als dieß,« antwortete der Prinz.„Die ganze Angelegenheit war mir ſchon be⸗


