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und Seligkeit ſtrahlen. Aber vor Allem muß ich erſt Eines wiſſen. Seid Ihr mir wirklich in aufrichtiger und unerſchütterlicher Freundſchaft zugethan? Ich ſage abſichtlich in unerſchütterlicher Freundſchaft, und bedenkt Euch wohl, bevor Ihr antwortet.“
„Wie magſt du nur fragen?“ entgegnete Erich und Paul, indem ſie Saldern ihre Hände hinſtreck⸗ ten.„Treu und unerſchütterlich iſt ja unſer Wahl⸗ ſpruch.«
„Aber wie, wenn ich Euch belogen und betrogen
hätte? Wenn ich nicht bin, was ich ſcheine? Wenn ich Euch unter falſchem Namen hintergangen und ge⸗ täuſcht hätte? Wie denn?« fragte Saldern. Paul ſtutzte und warf einen ſcharfen Blick auf den Fragenden. Dann ſagte er raſch:„Dein Auge lügt nicht! Was auch dein Mund geſprochen haben mag, dein Herz iſt treu! Hier meine Hand zu unerſchütter⸗ licher Freundſchaft!“«
„Und du, Erich?« wandte ſich Saldern an dieſen.
„Ich habe ja immer nur dich geliebt, nicht deinen Namen,“ erwiederte Erich.„Wenn du ein Bettler wäreſt, ich würde den Grafen leicht darüber vergeſſen. Unſere Stube hat noch Raum für einen Dritten.“
„Alſo wirklich! Wirklich unerſchüttert und treu!“ rief Saldern mit ſtrahlendem Auge und glühender Wange aus.»Nun, Freunde, ich halte Euch beim Wort, und verpfände Euch das meinige dagegen. Treue Freundſchaft trotz Rang und Stand und Welt und Menſchen! Schlagt Ihr ein?“
„Wir ſchlagen ein!« entgegneten Paul und Erich, und legten ihre Hände in die dargeſtreckte des Freun⸗ des.»Und nun, was haſt du uns zu entdecken?“


