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Der Segen des Herrn macht reich ohne Mühe : Sprw. 10, 22 ; Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
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und Paul. Man konnte recht ſehen, daß hier lauter gute Menſchen beiſammen waren, da ſie ſich gleich ſo recht von Herzensgrunde lieb gewannen.

Seit dieſer Zeit verging nicht leicht ein Tag, an welchem die vier Freunde nicht wenigſtens auf einige Stunden beiſammen waren. Näher und näher ſchloſſen ſie ſich an einander, je mehr ſie gegenſeitig ihren inne⸗ ren Werth kennen und ſchätzen lernten. Der glücklichſte von Allen war ohne Zweifel Graf Saldern, deſſen inniges Gemüth die Segnungen der Freundſchaft, die ihm ſo plötzlich wie aus dem Himmel in den Schooß gefallen waren, in ihrem ganzen Umfange zu würdigen wußte. Auch Erich und Meiſter Hellmuth waren hei⸗ ter und frohen Muthes, und nur Paul allein hatte Stunden tiefer Schwermuth und Betrübniß, deren Bit⸗ terkeit ſelbſt die treue Liebe ſeiner Freunde nicht ver⸗ ſüßen konnte. Der Arme! Er litt weniger für ſich ſelbſt, als für den geliebten Vater, deſſen hartes und trauriges Schickſal mit beugender Wucht auf ſeinem Herzen lag.

In ſolch' einer ſchwermuthsvollen Stunde war es, als Graf Saldern eines Tages mit freudeſtrahlendem Antlitz in das kleine Gemach unſerer Freunde trat. Ein Blick von Erich und deſſen trauriges Achſelzucken ſagte ihm ſogleich, daß man heute ſchonend mit Paul umgehen müſſe aber dennoch ſchwand der Ausdruck von Glück und herzinniger Freude nicht aus ſeinen Zügen.

»Erich! Paul! ſagte erhört mich an, ich habe Euch eine wichtige Mittheilung zu machen. Weg mit der Trauer aus deinen Augen, Paul glaube mir, ſie werden, ehe eine Stunde vergeht, von Wonne

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