Druckschrift 
Der Segen des Herrn macht reich ohne Mühe : Sprw. 10, 22 ; Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ſpiegel des Fluſſes fuhr langſam ein kleiner Nachen. Ein hübſcher Jüngling ſaß darin, zu ſeinen Füßen ein großer Hund von ausnehmender Schönheit, und am anderen Ende des Kahnes ein Knabe, der mit leichtem Ruderſchlage das kleine Fahrzeug lenkte. Die ſcheiden⸗ den Lichter der Sonne lagen hell und glänzend auf dem Waſſer. In den Büſchen am Uferrande ſangen die Vögel. Ein höchſt anmuthiger und erquicklicher Abend war es, und Paul ſowohl wie Erich empfanden ſeine ruhige, ſtille Schönheit tief in Herz und Gemüth. Einen Augenblick betrachteten ſie den langſam hinglei⸗ tenden Nachen, und wechſelten einige Worte über den Jüngling, der darin ruhte und träumeriſch den Kopf in die Hand geſtützt hielt.

Auch er freut ſich der Abendſchöne, ſagte Paul leiſe zu ſeinem Freunde.Gewiß iſt er ein guter Menſch ſieh, wie freundlich er den Knaben anlächelt ah, er kehrt noch einmal um, um noch länger dieſe köſtliche Luft zu athmen aber, mein Gott! Was iſt das? Raſch, Erich!

Ein gellender Schrei klang vom Waſſer herüber. Mochte der Knabe ungeſchickt gewendet, oder eine Be⸗ wegung des Jünglings und ſeines Hundes den klei⸗ nen, winzigen Nachen aus dem Gleichgewicht gebracht haben, kurz, das Fahrzeug ſchlug um und Knabe, Jüngling und Hund plätſcherten im Waſſer und ran⸗ gen mit haſtigen Bewegungen gegen den Strom. Auf den erſten Blick ſahen Paul und Erich, daß wenigſtens der Jüngling nicht ſchwimmen konnte. Aber ſie Beide waren tuͤchtige Schwimmer. Im Nu warfen ſie die Röcke ab, ſtuͤrzten ſich in den Fluß, und theilten mit raſchen Armen die Wellen. Bald hatten ſie die Stelle