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Der Segen des Herrn macht reich ohne Mühe : Sprw. 10, 22 ; Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
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gerade gaben ſich unſere Freunde der Hoffnung hin, daß wenigſtens Eine Frucht der Bosheit nicht zur Reife gekommen, daß der benachbarte Staat zu ehrlie⸗ bend ſei, um auf die verrätheriſchen Anträge des Ge⸗ heimerath Selbitz einzugehen. Aber wie ſollten ſie nun Gewißheit darüber erlangen, ob denn auch in der That dergleichen Anträge gemacht worden waren? Das ſchien unſeren Freunden eine ſchwierige Aufgabe, und je genauer ſie alle Möglichkeiten einer Löſung derſelben in Ueberlegung zogen, deſto unglücklicher erſchien ihnen dieſelbe. Meiſter Hellmuth kam immer auf ſeinen ſchon früher gemachten Vorſchlag zurück und drang in Paul, ſeine Lage dem edlen Fürſten des Nachbarlandes anzuvertrauen. Aber Paul zögerte, dieſen Schritt zu thun, als ob er ſich fürchtete, auch die letzte Hoffnung zu zerſtören, die ihm noch geblieben war. Was ſollte

geſchehen, wenn man ſeine Bitte nicht berückſichtigte,

ſein Schreiben gar keiner Antwort würdigte? Der Gedanke an, eine ſolche Folge des gewagten Schrittes ſchien ihm ſchrecklich. Und doch, was blieb ihm am Ende weiter übrig? Die Würfel mußten geworfen werden wie ſie fielen, das konnte Gott allein wiſſen wie Er allein auch das Schickſal unſerer Freunde len⸗

ken konnte. Paul ſchrieb an den Fürſten. Lange Tage und Wochen harrte er auf Antwort. Mit ſchwe⸗

rem Herzen ſah er täglich den Poſtboten kommen und vorübergehen. Für ihn brachte derſelbe nichts. Paul gab endlich jede Hoffnung auf, und es bedurfte in der That der treueſten Anhänglichkeit und Theilnahme ſei⸗ ner Freunde, um ihn in dieſen kummervollen Tagen der getäuſchten Erwartung aufrecht zu erhalten.Die Bosheit und Schlechtigkeit triumphirt!« ſagte er ſchmerz⸗

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